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Wertschätzung im therapeutischen Kontext – eine Herausforderung?!

Am 15.11.2025 fand das 13. Ethik-Café und in einer kleinen Runde haben wir uns über das Thema Wertschätzung ausgetauscht. Dazu wurde zunächst ein Zitat von Karl Rogers als Einstieg genutzt. Der diese als eine wichtige Haltung für den therapeutischen Kontext ansieht. Neben Empathie und Echtheit.

Bedingungslose positive Wertschätzung des Klienten oder bedingungsfreies Akzeptieren

„Meine Haltung ist weder patriarchalisch noch gefühlvoll noch oberflächlich freundschaftlich oder liebenswürdig – ich schlüpfe nicht in eine Rolle. Meine Haltung ist entgegenkommend, positiv, warm, aber nicht besitzergreifend, nicht einschränkend und nicht wertend.“ Rogers (2013, S. 154)

Die Anwesenden waren sich anfangs recht einig, dass Wertschätzung im therapeutischen Kotext eine Herausforderung sei. Es wurde Fragen diskutiert wie:

  • Kann ich meine persönlichen Erfahrung/Sozialisation immer zurückhalten?
  • Welche Abhängigkeiten zu meinem täglichen Befinden gibt es?
  • Wir stark ist Empathie für das Gegenüber mit Empathie verknüpft?
  • Wie stark beeinflusst mich meine eigenes Wertesystem?

Der Begriff Wertschätzung wurde weiterhin auseinanderdividiert in Wert und Schätzung, die Werte des Gegenübers erkennen, anerkennen, akzeptieren. Dazu gehört dann auch das Thema: Wie gut höre ich zu?

Bei der Diskussion rund um den Begriff: Wert, wurde festgestellt, dass dieser in unterschiedlichen Kontexten andere Wertigkeiten erhält. Im Bereich von Lebensmitteln wird häufig auf einen möglichst geringen Preis geachtet, Kleidung soll dagegen vielleicht hochwertig sein und damit über Markenprodukte vermutlich hochpreisiger.

Zwischendurch kam auch das Thema auf, dass der Diätassistenten-Beruf  zu wenig Wertschätzung erhält. Berufspolitik wurde da schnell mitgedacht und ist eine nochmal andere Ebene.  

Es war wieder toll und hat, als Fazit der Teilnehmenden, zum Nachdenken, zur Selbstreflexion angeregt.

17.11.2025 Michaela Pohl