Kategorie: Ethik-Café

  • Ernährungsfachkräfte als Role Model – ein kann/soll/muss?

    Am 28.03.2026 fand das 14. Ethik-Café statt. Das Thema war Ernährungsfachkräfte als Role-Model: ein kann/soll/muss?

    Fazit: Diese Frage konnte nicht eindeutig beantwortet werden.

    Wie kam es zu diesem Fazit?

    Über soziologische Rollentherorien wurde zunächst eine Basis für die anschließende Diskussion geschaffen und eine Definition von Role Model als weitere Information hinzugefügt.

    Unter dem Begriff Role Model versteht man eine Person, die durch bestimmte Verhaltensweisen anderen als Identifikationsfigur oder als Vorbild in einer speziellen sozialen Funktion oder Rolle dient. (Quelle: gekürzt: https://www.personalwirtschaft.de/themen/role-model/)

    Es gibt somit die Perspektiver der Soziologie: wie möchte ich meine Berufsrolle ausfüllen, welche Ansprüche haben andere an mich in meiner Rolle und jemand sieht mich als Role Model – mit und ohne mein Wissen.

    Im Zuge der Diskussionen kam auch die Beobachtung zum Tragen, dass es durchaus Diätassistenten gibt, die den  Beruf mit Berufung gleichzusetzen scheinen – also unabhängig von der Berufsrolle auch im privaten Bereich das Thema „optimale Ernährung“ leben.

    Gleichzeitig scheint es so zu dass, dass sich Diätassistenten, wenn das gewählte Essen im privaten Bereich vermeintlich nicht „optimal“ ist, dafür rechtfertigen müssen oder so etwas wie einen Shitstorm entsteht.

    Auch kam auf, dass es wohl Berufskollegen/innen gibt, die das zu hohe/niedrige Gewicht als unangemessen empfinden und der Person die fachliche Kompetenz abgesprochen wird. Wie schade!

    Zitat einer Teilnehmenden: „Ich kann doch nichts dafür, dass ich klein und schlank bin“

    Es offensichtlich schwieriges Thema über das es sich lohnt nachzudenken.

    30.03.2026 Michaela Pohl

  • Wertschätzung im therapeutischen Kontext – eine Herausforderung?!

    Am 15.11.2025 fand das 13. Ethik-Café und in einer kleinen Runde haben wir uns über das Thema Wertschätzung ausgetauscht. Dazu wurde zunächst ein Zitat von Karl Rogers als Einstieg genutzt. Der diese als eine wichtige Haltung für den therapeutischen Kontext ansieht. Neben Empathie und Echtheit.

    Bedingungslose positive Wertschätzung des Klienten oder bedingungsfreies Akzeptieren

    „Meine Haltung ist weder patriarchalisch noch gefühlvoll noch oberflächlich freundschaftlich oder liebenswürdig – ich schlüpfe nicht in eine Rolle. Meine Haltung ist entgegenkommend, positiv, warm, aber nicht besitzergreifend, nicht einschränkend und nicht wertend.“ Rogers (2013, S. 154)

    Die Anwesenden waren sich anfangs recht einig, dass Wertschätzung im therapeutischen Kotext eine Herausforderung sei. Es wurde Fragen diskutiert wie:

    • Kann ich meine persönlichen Erfahrung/Sozialisation immer zurückhalten?
    • Welche Abhängigkeiten zu meinem täglichen Befinden gibt es?
    • Wir stark ist Empathie für das Gegenüber mit Empathie verknüpft?
    • Wie stark beeinflusst mich meine eigenes Wertesystem?

    Der Begriff Wertschätzung wurde weiterhin auseinanderdividiert in Wert und Schätzung, die Werte des Gegenübers erkennen, anerkennen, akzeptieren. Dazu gehört dann auch das Thema: Wie gut höre ich zu?

    Bei der Diskussion rund um den Begriff: Wert, wurde festgestellt, dass dieser in unterschiedlichen Kontexten andere Wertigkeiten erhält. Im Bereich von Lebensmitteln wird häufig auf einen möglichst geringen Preis geachtet, Kleidung soll dagegen vielleicht hochwertig sein und damit über Markenprodukte vermutlich hochpreisiger.

    Zwischendurch kam auch das Thema auf, dass der Diätassistenten-Beruf  zu wenig Wertschätzung erhält. Berufspolitik wurde da schnell mitgedacht und ist eine nochmal andere Ebene.  

    Es war wieder toll und hat, als Fazit der Teilnehmenden, zum Nachdenken, zur Selbstreflexion angeregt.

    17.11.2025 Michaela Pohl

  • Einfluss persönlicher Essgewohnheiten und/oder Erkrankungen

    Am 28.06.2025 hat das 12. Ethik-Café stattgefunden. Diesmal ging es um persönliche Essgewohnheiten und/oder Erkrankungen auf den Beruf.

    Bei den persönlichen Essgewohnheiten und deren Einfluss wurde aus der Perspektive der Ausbildung festgestellt, dass zukünftige Ernährungsfachkräfte häufig in zu berechnenden Plänen die eigenen Essgewohnheiten mit einfließen lassen.

    Auch war die implizite Regel/Moral der Vorbildfunktion von Ernährungsfachkräften ein Thema, die das Umfeld haben könnte – aber auch Ernährungsfachkräfte selber.  So auch einige Ernährungsfachkräfte achten bei Veranstaltungen auf besonders „gesunde“ eigene Verpflegung achten.

    Es stellt sich die Frage, ob diese Vorbildfunktion im jeweiligen Umfeld tatsächlich so ausgeprägt vorhanden ist oder Ernährungsfachkräfte dies lediglich annehmen. Auf der anderen Seite war die Gruppe sich einig, dass es auch „menscheln“ darf und vermeintlich „ungesundes“ Essen kein Problem darstellen sollte.

    Beim Thema Erkrankungen und einem möglichen Einfluss wurden Vor- und Nachteile abgewogen. Von mehr Empathie für das Problem des Gegenüber bis hin zu einem eingegrenzten Blick auf das Problem von Klienten durch die persönlichen Erfahrungen. Vieles, so die Teilnehmenden, ist abhängig davon in wie weit die Erkrankung im Mittelpunkt des eigenen Lebens steht – die gilt sowohl für die Fachkraft als auch für den Patienten.

    Wichtig ist eine Reflexion des möglichen Einflusses der eigenen Essgewohnheiten und/oder Erkrankungen im privaten und beruflichen Bereich. Eine situative Entscheidung wäre anzustreben.  

    22.07.2025 Michaela Pohl

  • Gerechtigkeit

    Am 08.03.2025 hat das 11. Ethik-Café stattgefunden. Diesmal ging es um das Thema Gerechtigkeit – ein großer Begriff mit vielen Facetten. Dies haben die Teilnehmenden schnell festgestellt. Heißt Gerechtigkeit alle gleich oder jemandem gerecht werden? So gab es Aussagen zu Ungerechtigkeiten oder einer ungleichen Behandlung von verschiedenen Berufsgruppen, die in Ernährungsberatung und -therapie tätig sind. Gepaart mit einer anderen Akzeptanz bei z. B. Ärzten.

    Auch im Bereich der Speisenzubereitung haben sich Wertekonflikte zu dem Bild jemandem gerecht werden aufgetan. Wieviel Rationalisierung/zusammenfassen von Kostformen wird den Bedürfnissen eines Betroffenen gerecht? Wie ist diese Situation zu betrachten, wenn es dauerhaften Personalmangel gibt? Fürsorge gegenüber dem Betroffenen vs. Selbstfürsorge.

    Auch ging es um den Begriff der Verteilungsgerechtigkeit, wenn es um die Finanzierung von Ernährungsberatung und -therapie geht. Über Nachhaltigkeit kamen wir auf soziale und Generationengerechtigkeit.

    In zwei Stunden lassen sich all diese Aspekte von Gerechtigkeit nicht vertiefend betrachten. Alleine die angesprochenen Aspekte konnten den Blick der Teilnehmenden erweitern – so die Rückmeldung.

    Viele der angesprochen Themen und Fälle könnten mit Aspekten aus der ethischen Entscheidungsfindung betrachtet und/oder bearbeitet werden – hin zu Lösungsmöglichkeiten.

  • Werte

    Am 30.11. gab es ein kleines Jubiläum – es hat das 10. Ethik-Café stattgefunden. Es ging diesmal um die medizinethischen Werte: Fürsorge, Autonomie, Schadensvermeidung und Gerechtigkeit.

    Wir haben munter interpretiert, diskutiert und Erfahrungen ausgetauscht. So ging es bei Fürsorge von Selbstfürsorge bis hin zum Kümmern um andere.

    Autonomie als Patientenautonomie, die bereits im BGB über die Patientenrechte hinterlegt ist und einen Teil der Handlungsgrundlage / des Behandlungsvertrages ausmachen. Dazu gehören beispielsweise die Aufklärung über die Folgen und Risiken von Behandlungen und die Einwilligung. Über einen Perspektivwechsel ging auch um Entscheidungen, die ich als  Beratender treffen darf.

    Die Schadensvermeidung haben wir über Aufklärung /Informationspflicht des Beratenden betrachtet. Ein Blick ging dabei auf Kostformen und/oder Wünsche, die ein Klient hat und ggf. gesundheitliche Nachteile mit sich bringt. So kann etwa die Gabe von Essen in der Sterbephase diesen Prozess verlängern.

    Der Wert Gerechtigkeit war etwas schwieriger zu fassen. Alle gleich behandeln – für jeden die gleiche Zeit – ist das gerecht? Ist es besser bedürfnis- und/oder krankheits-/problemorientiert zu handeln. Schnell kamen wir auf verschiedene Ebenen in denen entschieden wird. Dies ist in Vorgaben der gesetzlichen Krankenkassen oder der Arbeitgeber / Träger einer Klinik zu sehen. Auf den ersten Blick liegt also nicht alles auf der individuellen Ebene zu lösen.

    Schnell war klar, dass es Überschneidungen zwischen den besprochenen medizinethischen Werten gibt oder Wertekonflikte entstehen können. Bei dem einen oder anderen Aspekt gab eine Verknüpfung mit den Variablen der klientenzentrierten Gesprächsführung nach Rogers, wie Empathie und bedingungslose Wertschätzung des Klienten.

    Sidekick: eine Teilnehmerin hat es geschafft in das Ethik-Komitee einer Klinik aufgenommen zu werden und damit der Ernährung einen größeren Stellenwert zu verschaffen. Herzlichen Glückwunsch.

  • Verantwortung

    Am 13.07. hat das inzwischen neunte Ethik-Café stattgefunden. Diesmal ging es um das Thema Verantwortung, gegenüber…? Schnell wurde klar, wie komplex der Verantwortungsbegriff ist. Die individuellen Auslegungen gingen von Verpflichtungen aus Verantwortung, Konsequenzen, die sich aus den Handlungen ergeben bis hin zu etwas nicht zu tun, auch ein Teil/eine Entscheidung aus einer Verantwortung für sein kann. Weiterhin wurde über eine ergänzende Definition diskutiert:

    Verpflichtung und Berechtigung zum Zwecke der Erfüllung einer Aufgabe oder in einem eingegrenztem Funktionsbereich selbständig zu handeln: Pflichtgemäße Erfüllung übertragener Aufgaben.

    Im Zuge dessen kamen Fragen auf, die aus dem Arbeitsrecht abgeleitet sind: Was tun bei einer Anweisung, die zu einer persönlichen Überlastung führt oder mit meinem persönlichen Anspruch/persönlichen Werten nicht kompatibel ist?

    Auch gegenüber wem ich Verantwortung im Beruf trage/habe war sehr vielfältig und eine Priorisierung schwierig – vieles kommt auf den Kontext/die Situation an.

    Bei einer Verknüpfung mit dem G-NCP ergaben sich noch weitere Verantwortungsbereiche z. B. aus dem Sozial- und Gesundheitssystem.

    Ergebnis einer Abfrage/Diskussion während des Ethik-Cafés

    An einem Fallbespiel wurde besprochen, wo es mögliche (Handlungs-)Grenzen im beruflichen Bereich geben kann. Bin ich dafür verantwortlich mögliche Missstände zu melden oder eine Lösung zu präsentieren? Im Fallbeispiel ging es um eine Tätigkeit im Bereich Beratung/Therapie und der Frage: Wie kann erreicht werden, dass das Klinikessen den Anforderungen der Verordnung entspricht?

    Fazit: Verantwortung ist inhaltlich vielschichtig, Hierarchien haben einen Einfluss und es gibt Gesetze, die an der einen oder anderen Stelle, Verantwortungsaspekte beinhalten.

  • Nachhaltigkeit

    Am 16.03.2024 fand das erste Ethik-Café in diesem Jahr statt und bereits das Achte dieser Reihe statt.

    Diesmal waren wir sechs Personen, die sich online eingefunden hatten, um über das Thema Nachhaltigkeit, Planetery Health Diet zu sprechen, zu diskutieren.

    Hochaktuell – vor allem nach der Veröffentlichung der neuen Empfehlungen der DGE, die in Ernährungskreisen zum Teil sehr emotional betrachtet werden.

    Schnell war in der Runde der riesige Elefant der Nachhaltigkeit auf dem Tisch, durch den das Gegenüber kaum noch sichtbar war.

    Wir haben über Themen gesprochen, die viele Aspekte der Nachhaltigkeit betreffen und schnell war da eine ganze Elefantenfamilie.

    Diskutiert wurden beispielsweise, Nachhaltigkeit:

    • in Beratung und Therapie
    • in Ausbildung und Studium
    • aus verschiedenen Perspektiven (Ernährung, outcome der Intervention)
    • in der Berufsethik
    • als Haltung des Patienten
    • als Haltung des Beratenden/Therapeuten
    • für den Durchschnittsbürger
    • in der Diätetik
    • ……

    um nur einige Beispiele zu nennen.

    Weiterhin wurde festgestellt, dass es verschiede Modelle/Ansätze für den Ernäh­rungsbereich gibt. Dazu gehören z. B. die

    • Vollwerternährung/nachhaltige Ernährung
    • Planetery Health Diet
    • Empfehlungen der DGE
    • Nachhaltigkeitsblume

    Ein Fazit war, dass Nachhaltigkeit als Begriff sehr viel komplexer ist als zunächst gedacht und im beruflichen Kontext nicht alle Aspekte zu erfüllen sind und/oder eine Gewichtung stattfinden kann und sollte.

    Im therapeutischen Kontext ist der Wunsch und die Haltung des Gegenübers zur Nachhaltigkeit und dessen Umsetzung entscheidend für eine Thematisierung oder nicht Thematisierung ausschlaggebend.

    17.03.2024 Michaela Pohl

  • Interkulturelle Ethik

    Am 10.06.2023 hat das siebte Ehtik-Café stattgefunden. Es ging um das Thema: Interkulturelle Ethik. Zunächst wurde eine Begriffsbestimmung zu Kultur bzw. inter-kulturell vorgenommen.

    Die ersten Gedanken waren u. a.,

    • dass zwei Personen, die sich treffen unterschiedliche Kulturen mitbringen
    • dass Kultur über den Sozialisationsprozess entsteht
    • dass eine andere Kultur bereits beim Nachbarn anfängt
    • dass Esskultur bereits in verschiedenen Bundesländern Unterschiede aufweist

    Im weiteren Verlauf wurde der Frage nachgegangen, wie in Ernährungsberatung und -therapie ein wertschätzender Umgang mit unterschiedlichen Kulturen bzw. Esskulturen stattfinden kann. Es war ein spannender Austausch, da es beispiels-weise nicht ausreichend sein kann, die Essgewohnheiten im Zuge des Ernäh­rungsassessments zu erfragen. Hintergrundwissen zu z. B. religiösen Hintergrün­den, allgemeinen und speziellen Lebensmitteln, Zubereitungstechniken oder speziellen Ritualen kann hier hilfreich sein.

    Ergänzend wurde noch thematisiert, dass es kommunikative Hürden in der Inter­pretation von Körpersprache oder dem Umgang mit dem jeweils anderen Ge­schlecht geben kann.

    Auch das Thema Unterstützung wurde angesprochen. Also bei sprachlichen Barrieren einen Dolmetscher hinzuziehen oder mediale Hilfsmittel wie Bilder, Bücher in der Landssprache mit z. B. Lebensmitteln usw. nutzen.

    Wussten Sie?

    • Für US-Amerikaner gehören Kartoffeln zum Gemüse.
    • Die japanische Ernährungspyramide steht auf der Spitze  und ähnelt einem Kreisel.

    Essen und Trinken ist also mehr als die Speise auf dem Teller und hat mit der individuellen und kulturellen Identität zu tun.

    Mamas essen schmeckt eben am Besten.

    14.06.2023 Michaela Pohl

  • Grenzen – wie weit darf ich gehen?

    Am 18.03.2023 hat das sechste Ethik-Café stattgefunden. Die sieben Teilnehmenden haben über das Thema: Grenzen – wie weit darf ich gehen? diskutiert – einfach aus dem Alltag heraus.

    Zunächst ging es darum, die jeweiligen Erfahrungen mit Grenzen im beruflichen Kontext zu erfassen. Im Anschluss wurden den Grenzen Werte zugeordnet, die dahinter stecken könnten oder auch Wertekonflikte formuliert. Deutlich wurde, dass je nach Kontext die Werte verschiedenen Interpretationen haben können. So kann das Pflichtbewusstsein sich sowohl auf die Arbeit mit Klienten als auch auf Anforderungen des Arbeitgebers beziehen. Aufgrund dessen können die bereits benannten Wertekonflikte entstehen und ggf. beginnt ein Abwägeprozess: Was soll ich tun?

    Ein weiterer Diskussionspunkt war: Unter welchen Umständen darf ich eine Beratungs-/Therapieeinheit abbrechen? Geringe Aufmerksamkeitsspanne des Klienten, verbalen oder körperlichen Übergriffen, wenn die “Chemie” nicht stimmt?!

    Ergänzend wurde Erfahrungen mit “Störenfrieden” geschildert und wie sich der Umgang mit solchen Situationen  im Laufe der Berufserfahrung verändert hat und eine gewisse Routine eingetreten ist.

    Ein Fazit war: Je länger die Berufserfahrung desto leichter fällt es Grenzen zu erkennen und zu formulieren.

    Als wichtig wurde weiterhin erachtet, dass es wichtig ist, Entscheidungen des Gegenüber zu akzeptieren. Ein Therpieabbruch durch den Klienten muss mit der Person des Beratenden nichts zu tun haben.

    Das waren wieder tolle zwei Stunden mit verschiedenen Perpektiven und Erkenntnissen, die noch eine Zeit nachwirken.

    Michaela Pohl 22.03.2023

  • Werte und Haltungen

    Bei hochsommerlichen Temperaturen haben wir uns am 23.07.2022 zum, fünften Ethik-Café online getroffen. Das Thema war diesmal: Werte und Haltungen, die uns im (beruflichen) Alltag leiten und begeleiten           

    Für einen super Austausch, war die Gruppe wieder bunt gemischt – studierend, kurz im Beruf oder schon mit einigen Jährchen Berufserfahrung.

    Nachdem kurz die Begriffe Wert und Wertesystem aus ethischer Sicht besprochen wurden, ginge es los mit Werten, die jede Teilnehmerin für sich als wichtig erachtet. Heraus kam eine bunte und spannende Mischung. Werte wie Ehrlichkeit, Empathie, Nachhaltigkeit, Geld, Nächstenliebe, Autonomie und viele mehr wurden genannt und diskutiert. Diskutiert wurde, warum ist Geld ein Wert und ein Bezug zum Wert der Arbeit hergestellt. Dabei wurde festgestellt, das der Wert der Arbeit von Diätassistenten (noch immer) unterschätzt wird bzw. häufig die Wertschätzung für die Arbeit von Diätassistenten (gefühlt) fehlt.

    Ein weiterer Punkt war, mit welchem Grund die Ausbildung begonnen wurde und ob sich während der Ausbildung daran etwas verändert hat. Der Einstieg war häufig: anderen Menschen helfen wollen, also durchaus der Gedanke der Fürsorge. Was hat sich geändert?

    • Die Erkenntnis und Akzeptanz,  das die Lebenswelt unserer Klienten anders ist als unsere eigene und somit ein Hinterfragen notwendig ist.
    • In der Ausbildung wird die Speisenzubereitung erlernt und es entsteht eine Wertschätzung gegenüber dem Aufwand der Zubereitung.
    • Klienten haben ihre eigene Vorstellung einer “guten” Mahlzeit, die sowohl frisch zubereitet als auch aus vorgefertigten Produkten bestehen kann.
    • Essen kann für Klienten zu so etwas wie einer Religion werden.

    Zum Schluss kam noch die Diskussion auf, wie Diätassistenten, und damit auch die Wertigkeit der Tätigkeiten, bekannter in der Öffentlichkeit gemacht werden könnten. Eine spannende Idee: Diätassistenten könnten verstärkt in Serien auftreten.

    Spannende zwei Stunden, die wieder zum Nachdenken über sich selbst, den Einfluss der persönlichen Werte auf die Tätigkeit und den Umgang mit dem Klienten angeregt haben.

    Michaela Pohl 31.07.2022