Kategorie: Ethik-Café

  • Autonomie

    Am 19.03. hat das erste Ethik-Café in diesem Jahr und das vierte insgesamt stattgefunden. Das Thema war diesmal Autonomie.

    Über die Begriffsbestimmung: Freiheit, Selbstbestimmung, unabhängig von Fremdbestimmung, man selbst seinem Tun den bestimmten Inhalt geben (Höffe, Lexikon der Ethik 2008), wurden in kleinem Kreis verschiedene persönliche und berufliche Aspekte angesprochen und diskutiert.

    Beispiele aus den tollen zwei Stunden: Mit welcher Haltung gehe ich mit meinem Gegenüber um: ist ein Kunde, Patient, Klient für mich?

    Wie ist das Verhältnis zu meinem Gegenüber: Bin ich als Diätassistent die Wissende oder ist auch der Betroffene Experte seines Körpers, seiner chronischen Erkrankung?

    Wollen Betroffene in Beratungen selbst entscheiden, wenn ja worüber? Kommen nicht viele Menschen zu uns in Beratung und Therapie, die an anderen Stellen nicht nach der eigenen Entscheidung gefragt wurden oder diese an der “Kliniktür” abgegeben haben.

    Können Diätassistenten im Alltag autonom agieren? Wie kann trotz vorgegebener Rahmenbedingungen Beratung/Therapie optimiert werden? Zwei Beratungstermine von ca. 30 Min. nacheinander anzusetzen wurde als eine Möglichkeit angesehen.

    Es wurde ebenfalls darüber gesprochen, warum der Beruf ergriffen wurde und wie dies ggf. die Beratungs-/Therapieinhalte beeinflussen könnte.

    Kurz gesagt von Patientenautonomie bis Autonomie des Beratenden war alles im Blick. Tolle zwei Stunden, die viel zu schnell vergangen sind. Danke an die tollen Kolleginnen, die mitdiskutiert haben. Ich freue mich auf die nächsten Termine. 

    Michaela Pohl 20.03.2022

  • Nähe und Distanz

    Am 02.10.2021 hat das dritte Ethik Café stattgefunden. In einer kleinen Runde haben wir uns  über das Thema professionelle Nähe und Distanz unterhalten. Nach einer kurzen Einführung in zwei Aspekte dieses Themas ging es los. Einmal wurde über die physische Nähe/Distanz, die viele aus der Kommunikation kennen: Intimzone, persönliche Zone, soziale und öffentliche Zone, gesprochen. Des Wei-teren wurde über den folgenden Satz nachgedacht: “Professionelles Handeln un-terscheidet sich vom laienhaften Alltagshandeln, darin, dass es fähig ist Nähe und Distanz zu seinen Adressaten und deren Probleme auf kunstvolle Weise zu verschränken und miteinander zu vermitteln.” (a) 

    Es wurde über Erfahrungen diskutiert wieviel Nähe ist im Beratungsalltag wann richtig? Was ist, wenn Patienten/Kunden die Nähe suchen, wie können Grenzen gesetzt werden? Wir kamen auch auf kulturelle Unterschiede, wenn es z. B.  nicht zum üblichen Umgang eines Mannes gehört, sich von einer hoch schwangeren Frau beraten zu lassen. Transparenz und kreative Ideen waren die Lösung. 

    Weiter wurde über den Einfluss von Sprache, Kleidung, Sitzordnung auf Nähe und Distanz im beruflichen Alltag gesprochen. Wie wirkt ein Dialekt oder auch ein nicht vorhandener oder fremder Dialekt? 

    Wie kann die im Zitat erwähnte kunstvolle Weise umgesetzt oder gedacht werden? Eine Idee: das eine oder andere im Supermarkt üben. Situationen gibt es da sicher genug. 🙂 

    Super spannende zwei Stunden vergingen wie im Fluge, im Jahr 2022 geht es auf jeden Fall weiter. Termine folgen. 

    (a) Müller, Burkhard (2007): Nähe, Distanz, Professionalität. Zur Handlungslogik von Heimerziehung als Arbeitsfeld. In: Dörr, Margret/ Müller, Burkhard (Hrsg.): Nähe und Distanz. Ein Spannungsfeld pädagogischer Professionalität. Weinheim und München: Juventa, 2. Aufl.: 141-158

    04.10.2021 Michaela Pohl

  • Wieviel ICH steckt in meinem beruflichen Selbstverständnis?

    Am 26.06. hat das zweite Ethik-Café online stattgefunden. Es waren sieben Teilnehmerinnen online, von Studentinnen über Berufsanfänger bis hin zu erfah-renen Diätassistentinnen. 

    Thema: Wieviel ICH steckt in meinem beruflichen Selbstverständnis? Wieviel ICH darf ich einbringen? 

    Es wurde viel diskutiert, was macht MICH aus und was gehört zu MIR und meinem beruflichen Alltag. Es ging um Dialekt und Sprache, um Erfahrung und Empathie, um lassen können und zulassen, um persönliche Befindlichkeiten und Rahmenbe-dingungen. 

    Was und wieviel von persönlichen Befindlichkeiten darf ich einbringen? Was darf ich thematisieren und wo ist abgrenzen notwendig? Ebenso wurde über Mitleid und Mitgefühl gesprochen. 

    Eines der Diskussionsergebnisse war, dass viel von den Rahmenbedingungen und der Situation abhängt, wieviel von meinem selbst ich in die jeweilige Beratungs­situation einfließen lasse oder lassen möchte. 

    Die ersten Anmeldungen für das nächste online Ethik-Café am 02.10.2021 gibt es schon. Prima, das freut mich als Organisatorin. 

    29.06.2021 Michaela Pohl

    (Bildquelle auf der Folie: https://pixaby.com.de)

  • Ethische Entscheidungen

    Am 20.03.2021 hat das erste Ethik-Café online stattgefunden. Insgesamt waren es 8 Teilnehmerinnen von Diätassistenten bis hin zu Studierenden der Oecotropho­logie.

    Über ein Fallbeispiel wurden verschiedene Themen, die bei ethischen Entscheid­ungen ein Rolle spielen könnten, angesprochen. Von Autonomie über wer ist in Beratungssituationen Experte wofür bis hin zu rechtlichen Aspekten wurde vieles beleuchtet. In der kürze der Zeit konnte nicht alles vollends ausdiskutiert werden. 

    Zwischendurch kamen Themen auf wie: Nudging in der Gemeinschaftsverpfle­gung, Lerntheorien oder auch der International Code of Ethics and Code of Good Practice for Dietitian.

    Welche Vielfalt an ethischen Themen, die in Ernährungsfachberufen eine Rolle spielen können. 

    Am Schluss waren sich alles einig, dass es eine gelungene Veranstaltung war und die Mehrheit hat sich gleich den nächsten Termin angemeldet. 

    Das hat mich sehr gefreut.

    Der nächste Termin wird am 26.06.2021 von 16.00 – 18.00 Uhr stattfinden.

    Mit Fallbeispiel und einen Schwerpunktthema soll es dann weitergehen. Anmeldungen gerne über das Kontaktformular 

    21.03.2021       Michaela Pohl